LAG: Nächster Schritt zur Neustrukturierung des ÖPNV

Der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge hat als Aufgabenträger des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Jahr 2015 die grundsätzliche Neustrukturierung des ÖPNVs beschlossen. 2016 wurde ein Mobilitätskonzept im Landkreis erstellt. Hier wurden speziell vier Teilbereiche betrachtet: bedarfsorientiertes Fahren, Online Plattform, autonomes Fahren und Car-Sharing. Das Gesamtkonzept Mobilität für den Landkreis wurde am 29.09.2018 bei der Klausur des Kreistags durch die DB Regio Bus, Region Bayern vorgestellt.

Bereits während der Projektdurchführung und im laufenden Jahr sind neue Herausforderungen und Bereiche hinzugekommen, wie z. B. Möglichkeiten des Beitritts zum VGN, Elektromobilitätskonzept, Einführung von Car-Sharing etc. Im Juli 2019 wurde der Landkreis Wunsiedel i. F. als Smart-City-Projektregion im Rahmen des Förderprojekts „Smart Cities made in Germany“ ausgewählt. Die Zielsetzung hier ist auch, verstärkt auf nachhaltige, integrierte Mobilität zu setzen. Hinzu kommt, dass Bayern bis 2023 im ÖPNV barrierefrei werden soll.

Unter anderem diese Weiterentwicklungen machen eine umfangreiche Neubetrachtung notwendig, die auf dem Mobilitätskonzept aufbaut, aber mehr Aussagen zu folgenden Punkten beinhaltet:

  • •  Besetzungsgrad, Häufigkeit der Haltestellenanfahrten
  • •  Haltestellenkataster + -ausstattung
  • •  Notwendigkeit von Park & Ride-Anlagen
  • •  Angebot für in der Mobilität eingeschränkte Personen
  • •  Aussagen zur Umsetzung von Wasserstoffbetriebenen Linien + Bedarfsbussen
  • •  Fernbusanbindung
  • •  Erscheinungsbild des regionalen ÖPNV à Vereinheitlichung, CI
  • •  5G Netze zur Vernetzung von Bussen


Daher soll nun der zweite Schritt der Umstrukturierung des ÖPNV, nämlich die Erstellung eines Nahverkehrsplans für den Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge erfolgen.

Der Nahverkehrsplan ist ein unerlässliches und verbindliches Instrument zur Gestaltung des ÖPNV. Hier werden im Rahmen der Bestandsanalyse Raumstruktur und soziodemographische Daten erhoben, um anschließend eine Verkehrsnachfrage im ÖPNV Gebiet durchzuführen. Das bestehende ÖPNV- Angebot und seine Nutzung wird dargestellt, insbesondere auch im Hinblick auf Qualitätsstandards und Barrierefreiheit einschließlich einer Schwachstellenanalyse. Die zukünftige Verkehrsbedienung wird prognostiziert und Planungen zu Siedlungsflächen und Infrastruktur sowie Planungen im Schienenpersonenverkehr und benachbarter Aufgabenträger werden dargestellt. In diesem Rahmen wird auch eine Verkehrsprognose erstellt, die ermöglicht Linienbündel zu planen. Außerdem sollen die Voraussetzungen und Konsequenzen eines etwaigen Beitritts zum VGN dargestellt werden. Für all diese Schritte wird ein arbeitsbegleitender Ausschuss eingesetzt.

Der Nahverkehrsplan des Landkreises Wunsiedel i. F. wird dann das zentrale Planungsinstrument für den zukünftigen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 70.805,00 Euro. Hiervon sollen 35.700,00 Euro aus LEADER gefördert werden. Der Landkreis Wunsiedel i. F. als Projektträger trägt den Eigenanteil.

Das Projekt wurde in der Sitzung des LAG-Entscheidergremiums am 26.08.2019 vorgestellt, beraten und zum Umlaufbeschluss zugelassen. Die Abstimmung im Umlaufbeschluss fand zwischen dem 10.10. und dem 16.10.2019 statt. Alle Mitglieder des LAG-Entscheidungsgremiums haben entsprechende Informationen zur Entscheidung per Mail zugesandt bekommen, um nach Durchsicht und Bewertung schriftlich abzustimmen. Im Vorfeld wurde ein Mitglied des Entscheidergremiums wegen Beteiligung am Projekt von der Abstimmung ausgeschlossen. 16 (von 16) stimmberechtigten Mitgliedern haben sich an der Abstimmung beteiligt, davon 10 aus dem Bereich der Wirtschafts- und Sozialpartner (62,5 %). Das LAG-Entscheidergremium stimmte einstimmig für eine Empfehlung des Projekts zur LEADER-Förderung aus dem Einzelprojekte-Budget der LAG.

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Ansprechpartner

Christine Lauterbach

Christine Lauterbach

Dipl.-Ing. Univ.

LEADER-Aktionsgruppe

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LAG-Management gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)

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